Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Belüftung

Eines steht fest: Gute Belüftung dient Schiff und Mensch gleichermaßen. Das Wohlergehen der Crew, die Stimmung an Bord und das allgemeine Interesse am Segeln ist abhängig von ausreichender Frischluftzufuhr. Zweifellos ist auch für den Seekranken unter Deck Frischluft das beste Gegenmittel. Und letztendlich ist für jede eingedeckte Yacht, zwecks Erhaltung der Substanz, eine effektive Luftzirkulation unerläßlich. Sie sorgt dafür, daß bei einem Holzboot Rott begegnet werden kann, bei Stahl- und Kunststoffbooten der Schwitzwasserbildung vorgebeugt wird. Außerdem braucht man Zugluft, um alles wieder zu trocknen, die Kajüte soll nicht muffig und klamm riechen, Kochdünste müssen rasch abziehen und für Tropensegler soll das Leben an Bord bei übermäßiger Hitze erträglich sein.

Am wirkungsvollsten sind Klappluken zum Öffnen. Bei "meiner" gängigen zehn Meter Slup sollten es schon drei Decksluken sein: Vorschiff, Mitte Schiff (bietet gleichzeitig Helligkeit), Niedergang. Zusätzlich vielleicht, wenn möglich, kleine Klappluken oder Bullaugen für Toilettenraum und Kochecke. Kleine Luken- oder Fensteröffnungen haben zudem den Vorteil, daß man die Yacht bei geöffneten Luken verlassen kann, ohne auf die Belüftung verzichten zu müssen. Bei der heutigen Kriminalität in vielen Reiserevieren auch für die Nacht eine alternative Lösung. Grundsätzlich: Kleine Luken sind eher "wirklich" wasserdicht zu verschließen als große, zum Beispiel die im Format von 60 mal 60 Zentimeter. Das kommt daher, daß Schiffe in der See arbeiten und sich, zwar nur um Millimeter, verformen. Mein Richtmaß für Vorschiffsluken: ein lichtes Maß von 52 mal 52 Zentimeter, da paßt dann auch der Genuasack ohne Zwang durch.

In den Tropen macht sich fehlende Ventilation besonders harsch bemerkbar. Gut, wir haben einen Windsack, aber den setzen wir nur bei Schönwetter und vor Anker. Daher: Nicht nur tagsüber ist es heiß und der Haut fehlt mangels frischer Luft Verdunstungskälte, auch nachts findet der Körper kaum Ruhe, wenn die Luken beim Segeln oder bei Regen geschlossen werden. Da helfen nur Spritz- und Schwallwasser geschützte Deckslüfter. Die sogenannten Dorado-Typen belüften die Kajüte äußerst wirksam und sind bei sachgemäßer Anordnung der seitlich versetzten Rohre, ausreichender Entwässerung des Gehäuses und sorgfältiger Montage das Richtige für eine kleine und eine große Yacht. Kommt grünes Wasser an Deck, dreht man einfach die Hutze aus dem Wind, das Spritzwasser, das trotzdem in den Trichter gelangt, fließt seitlich ab. Da zweckmäßige geeignete Lüfter so groß wie möglich und hoch übers Deck ragen sollten, schützt man sie mit einem Bügelstativ aus Metallrohren. In jedem Fall muß jede Hutze abschraubbar und bei übelstem Wetter mit einer Platte zu verschließen sein. Die Lüfter müssen so aufgestellt sein, daß Schoten und andere Leinen sich nicht verheddern und der Arbeitsplatz an Deck nicht eingeengt wird – man also immerzu darüber stolpert. Wenn man über die Größe des Decksdurchbruchs grübelt, achte man darauf, daß ein 10 Zentimeter dickes Rohr 80 Prozent mehr Fläche hat und somit entsprechend mehr Luft befördert als eines von 7,5 Zentimeter.

Für die Ventilation stehen noch weitere passive Systeme zur Verfügung. Da ist erstmal der einfache Deckslüfter aus Weichplastik. Er führt die Luft direkt und daher sehr wirkungsvoll durchs Deck. Allerdings kann er nur im Hafen genutzt werden, bei Segelfahrt muß er abgeschraubt und der Durchbruch wasserdicht verschlossen werden.

Dann ist da noch der bei Holzbooten beliebte Pilzlüfter im Handel. Er fördert jedoch nur geringe Mengen Frischluft in die Kajüte. Dafür nimmt die pilzkopfartige Konstruktion wenig Platz in Anspruch und läßt sich unterwegs leicht, durch Eindrehen, seefest schließen. Sein Einsatzbereich: Hecklast, Pantry, Segellast und andere Sektionen.

Daß Boote, die im Freien, abgedeckt mit einer Persenning gelagert werden, gut durchlüftet sein müssen, halte ich für falsch. Ist das Schiff trocken und sauber, sind alle Lebensmittel und Textilien incl. Polster entfernt, kann der Rumpf luftdicht abgeschlossen werden, ohne daß sich Schimmel oder Schwitzwasser bildet.






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