Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Nachtsegeln

Auf der Ostsee, auf der Nordsee und anderen nahen Gewässern erhöht die Nachtsegelei die Reichweite beträchtlich, und man erspart sich das Gedränge in den Marinas. Morgens schaut man anstatt in einen Mastenwald in einen blauen Himmel. Daher: Die Scheu vor der Dunkelheit ablegen und sagen: "Wir wagen die erste Nachtfahrt."

Solche Aufmunterungen sagen sich so einfach und locker dahin, die Wirklichkeit sieht dann doch ganz anders aus. Die Gewässer vor unserer Haustür eignen sich nicht so sehr für dieserart Ratschläge. Auf enge und stark befahrene Strecken kann man sich vorbereiten und einstellen, aber es gibt Nächte, in denen einem alles zuviel wird. Die Sterne blaß, Gegenwind und Regenböen oder es steht eine alte See, und der Wind schläft ein oder umgekehrt, es ist wechselhaft windig, so daß es zu unruhigen Nächten zwischen segeln und motoren kommt. Sogenannte Katastrophennächte. Sie schweißen eine Crew nicht zusammen, sondern sie dividieren sie eher auseinander. Glücklicherweise haben auch solche Nächte ein Ende. Es wird immer Morgen.

Trotzdem: Jeder, der ein Segelboot besitzt, sollte gelegentlich durch die Nacht segeln. Denn es gibt Nächte auf See, gerade im Norden, da könnte man glatt vergessen, daß die Fahrt ein Ziel hat. Die Sonne versinkt. Es wird still. Jeder beobachtet das Aufziehen der Sterne. Taucht in der Dunkelheit unter. Hier und da ein geheimnisvolles Leuchten, das plätschernde Bugwasser.

Nachtsegeln erfordert doppelte Aufmerksamkeit. Voraussetzung fürs Gelingen ist eine optimale Vorbereitung. In der Dämmerung wird das Deck kontrolliert. Lose Gegenstände gesichert. Das "Päckchen" klar zum Anziehen bereitgelegt. Im Cockpit werden Winschkurbel, Fernglas und Taschenlampe zurechtgerückt. Rettungswesten und Gurte liegen schon wie immer klar. Unter Deck das Seeventil der Spüle schließen. Ohnehin: Die Spüle sollte zur Nacht frei sein von schmutzigem Geschirr, es kommt nämlich stets etwas hinzu.

Bevor man in die Nacht segelt, hat man den Kurs in der Karte ermittelt und sich Entfernungen, Leuchtfeuerkennungen und dergleichen eingeprägt. Oder besser: Deutlich auf dem Spickzettel notiert und diesen ans Schott geklebt. Dann die Positionslichter, Fallen und Schoten geprüft.
Bei Nachtfahrten sind Knabbereien sehr willkommen. Eine Crew will nicht viel, aber oft essen. Ich bereite bei Törns eine Tupperwaredose vor, die im Cockpit sicher deponiert ist, um der Wache eine nächtliches Herumstöbern in der dunklen Kajüte zu ersparen. Der Behälter enthält unter anderem: Trockenfrüchte, Knäckebrot, Nüsse, Kekse ...Frischobst sofern vorhanden.

Haben wir alles klar kann die Nacht starten. Die Wacheinteilung steht natürlich fest. Das wird nicht erst in der Abenddämmerung geklärt. Die Einteilung ist individuell verschieden und bei nur einer Nacht unbedeutend. Zu bedenken gilt: Man sollte bei einem längeren Törn die Nachtwachen immer zur gleichen Zeit gehen. Wichtiger als die Menge an Schlaf ist die Regelmäßigkeit, mit der man ihn bekommt.

Hat man eine gewisse Routine und sich vor allem an das Bordleben auf See gewöhnt, ist Nachtsegeln eine feine Sache – eine Segelsituation die erst richtig wirkt, wenn man mehrere Nächte in Folge macht.

Jedoch, will ich meinen Mitseglern etwas Unvergeßliches bieten, ist eine Hafenansteuerung bei Nacht das Aufregendste eines Segeltörns: Leuchtfeuer, Lichter der Stadt, Molenfeuer, Liegeplatz, Umtrunk, Koje.






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