Seemannschaftmit Weltumsegler Wilfried Erdmann und
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Seemannschaft mit Wilfried Erdmann

Verschiedene Tipps und Erfahrungen auf Basis von Frage und Antwort. Neben den detaillerten Ausführungen können hier die kurzen Tipps nachgelesen werden.


Barometer oder Barograph?

Des Seglers größter Freund und Feind ist der atmosphärische Druck – das Gewicht von vielen Kilometern Luft, das auf der Erde lastet. Und dieser Druck bestimmt die täglichen Veränderungen von Wind und Wetter und ermöglicht zudem die eigene Wettervorhersage. Der Luftdruck wird mit einem meteorologischen Instrument gemessen, das mit abnehmendem Luftdruck fällt, mit zunehmendem steigt. Ich möchte sagen, der Luftdruckmesser ist das wichtigste Instrument für die eigene spezifische Vorhersage an Bord. Wobei nicht der absolute Wert des Luftdrucks entscheidend ist, sondern das Maß der Änderung. Ein Präzisionsgerät sollte schon Veränderungen auf ein halbes Hektopascal genau anzeigen.

Technisch gesehen gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den atmosphärischen Luftdruck zu messen: Barometer oder Barograph.

Das Barometer registriert den Druck durch Analoganzeige mit Hilfe eines Zeigers. Bislang gefiel mir das. Wichtig war nur, es vibrationsfrei und trocken irgendwo in der Kajüte zu montieren, sodaß man es aus allen Lagen gut ablesen kann. Halte ich es wirklich für erforderlich oder beruhigend eine Luftdruckkurve zu haben, so zeichne ich mir selber eine, indem ich stündlich den Barometerstand notiere. Wer Nutzen von der Luftdruckmessung haben will, sollte immer in ein bordtaugliches Gerät investieren. Es muß robust gebaut sein, sich von den Bordbedingungen überhaupt nicht "beeindrucken" lassen und dabei trotzdem empfindlich sein, das heißt den Druck mit höchster Präzision messen. Markennamen sind: Friedrichs, Wempe, Schatz. Der Betrag ist aber gut angelegt, sofern einem die Sicherheit und optimale Kurssetzung am Herzen liegt. (Und diesen Rat gibt einer, der fast immer mit billigen aber schönen Messinginstrumenten hantierte. Nur auf zwei Fahrten hatte ich ein geeichtes hochwertiges Barometer an Bord.) Die preiswerten Geräte zeigen zwar auch den Druck an, nur meist hinken sie dem wahren Luftdruck hinterher.

Der Barograph ist ein Luftdruckschreiber. Ein Schreibhebel, der mit einer luftleeren Metalldose verbunden ist, zeichnet die gemessenen Werte kontinuierlich auf einen Papierstreifen. Das ist zwar angenehm aber eben teurer und schlimmer: So ein Kasten läßt sich nicht überall in der Kajüte ohne weiteres plazieren. Allerdings: Wer den Luftdruck optimal auswerten möchte, sollte sich einen Barographen anschaffen. Er ist ein ideales Gerät, mit dem sich zu jeder Zeit ein wesentlich besserer Überblick der Druckveränderungen realisieren läßt. Durch die Aufzeichnung entgehen einem keinerlei Änderungen, wie es beim Barometer schon mal vorkommt, speziell wenn man allein segelt. Will man einen bordtauglichen Barographen, muß hier der vierfache Preis eines guten Barometers kalkuliert werden.

Barometer oder Barograph? In den meisten Fällen wird es ein Barometer sein, da es sich aus Platzgründen gut an Bord montieren läßt und zum anderen weitaus weniger in der Anschaffung kostet. Irgendwann ist auch Schluß mit dem ständig verkündeten – "wichtig als Sicherheitsaspekt".

Postskriptum: Neuerdings gibt es auch Barographen, die die Meßdaten elektronisch abnehmen, und zwar vibrationssicher, absolut sauber und fehlerfrei. Ein Komfort, der aber auch Nachteile hat. Es ist halt elektronische Technologie, verbunden mit kleinem Motor und Batterien und sauteuer. Nichts für Traditionalisten.






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